Unter Kippelementen versteht man Bestandteile des Klimasystems, die eine rasche Änderung des Klimas zur Folge haben. Dabei verstärken sie ihre Wirkung selbst, so dass die Wirkung nicht aufgehalten werden kann, wenn das Kippelement einen kritischen Wert überschritten hat.

Ein Beispiel für ein Kippelement ist die Meeresströmung. Änderungen in der Meeresströmung bewirkten z.B. die rapiden Wandel von einer Eiszeit in eine Warmzeit. Die Änderungen in der Vergangenheit hatten einen natürlichen Ursprung und das Klima kippte stets von einer Eiszeit zu einer Warmzeit um dann langsam wieder zu einer Eiszeit abzukühlen.

Wir befinden uns jetzt in einer Warmzeit und durch die menschlich verursachte Erhöhung der Treibhausgaskonzentration könnte das Klima in eine Heißzeit kippen, also vom jetzigen Stand könnten sich die Temperaturen auf der Erde im Mittel um etwa 5-6 Grad erhöhen.

So würde aus der Klimakrise eine Klimakathastrophe, die die meisten Menschen nicht überleben würden. Eine Übersicht der Kippelemente zeigt die folgende Graphik, wobei die einzelnen Elemente auf den Seiten des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung detaillierter beschrieben sind.

Die Karte der Kippelemente ist lizenziert unter einer 
Creative Commons BY-ND 3.0 DE Lizenz.

Neben der Meeresströmung sind die bekanntesten Kippelemente das Auftauen des Permafrostboden und das Abschmelzen der Eismassen an den Polen. Durch das Auftauen des Permafrostbodens z.B. in Kanada und Sibirien werden große Mengen Methan und Kohlendioxid freigesetzt, was den Temperaturanstieg wiederum verstärkt.

In einem Artikel im Geophysical Research Letters wird berichtet, dass die Situation teilweise heute schon so weit fortgeschritten ist, wie es erst für 2090 erwartet wurde. Auch das Eis z.B. in Grönland schmilzt schneller, als erwartet. Aktuelle Daten dazu sind z.B. über das National Snow and Ice Data Centre verfügbar.

Eisschmelze in Grönland Stand Juni 2019

Die Eisschmelze ist kritisch wegen der sog. Albedo Rückkopplung. Die dunkle Oberfläche von Land oder Wasser absorbiert mehr Sonnenstrahlung als die weiße Eisoberfläche. Dadurch erhöht sich die Temperatur und bewirkt wiederum eine schnellere Eisschmelze. Im Falle des Gönlandeises ist es besonder kritisch, da die Eismassen auf Land liegen und somit zum Anstieg des Meeresspiegels beitragen.

Die Kippelemente stellen ein großes Risiko dar und leider kann man nicht genau vorhersagen, wann kritische Punkte überschritten sind. Um die Auslösung und kathastrophale Wirkung möglichst zu verhindern, soll nach dem Pariser Klimaschutzabkommen die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad begrenzt werden. Die jetzigen Beobachtungen verdeutlichen noch einmal, wie wichtig ein schnelles Handeln in der Klimakrise ist.

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